Angst und Panik

Was tun bei Angst und Panik?

Die folgenden 7 Grundregeln sollen als Leitfaden dienen und Ihnen eine kleine Anleitung geben, wie Sie Schritt für Schritt mit Ihrer Angst umgehen können:

1. Die angst AKZEPTIEREN – HINSETZEN UND Da SEIN LASSEN!

Angst ist generell nichts Schlimmes. Sie ist nur ein Gefühl. Angst gehört zum Menschsein  und hat nichts mit Schwäche zu tun. Das Problem ist, dass wir gegenüber  unangenehmen Gefühlen Widerstand entwicken und das macht die Angst noch schlimmer. Gefühle wollen gefühlt werden und wenn wir sie so gut es geht einfach da sein lassen,  können sie sich leichter auflösen. Das Beste, was wir bei Angst tun können, ist Hinsetzen, Fühlen und dabei klopfen und atmen. Am Anfang kann das schwer sein, aber je öfter man das übt, umso leichter wird es. Mit der Zeit wird die Angst  immer seltener und immer schwächer auftreten.

Der Angst erlauben, da zu sein: Sie ist es ja ohnehin schon! Kämpfen Sie nicht dagegen an. Lassen Sie so gut es geht den Widerstand los wechseln bewusst vom Kampf-Modus in Akzeptieren. Es wird gleich vorbei sein. Je iebevoller Sie mit sich selbst umgehen, desto schneller und leichter wird die Heilung geschehen.

Es ist paradox, aber wahr:
„Das Nicht-Haben-Wollen des Gefühls hält uns gefangen. Erst die Akzeptanz, das „da sein lassen“ erlaubt dem Gefühl, sich friedlich zu lösen.“

Wichtig ist, sich nicht für die Angst zu schämen oder sich zu verurteilen!
Akzeptiere und respektieren Sie sich mit all Ihren Gefühlen und haben Sie Verständnis für sich. Das ist es, was zur Heilung führt!

Aus diesem Grund verwenden wir beim Arbeiten mit  EFT-Klopfakupressur  immer wieder den Einstimmungssatz: „Auch wenn ich gerade diese Angst habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.“

2. SICH AUS AUS DER IDENTIFIKATION MIT DER ANGST LÖSEN

Es kann sehr hilfreich sein, innerlich einen Schritt zurückzutreten und zu einem neutralen Beobachter Ihrer Angst zu werden. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit a) raus aus dem „Drama“, b) rein in den Körper.

Nehmen Sie wahr, wo im Körper Sie Ihre Angst spüren und betrachten Sie so gut es geht interessiert und  wertfrei. „Ah, interessant! Mein Puls geht schneller! Meine Muskeln spannen sich an, mein Herz klopft stärker, usw.“ Einfach benennen, was da ist. Dabei nacheinander alle Klopfpunkte 5-7x beklopfen und bewusst atmen. So lösen Sie sich aus der Identifikation mit der Angst, und sie überwältigt Sie nicht mehr so stark.

Versuchen Sie trotz allem Humor zu bewahren. Das klingt paradox und es ist das letzte was einem bei einer Panikattacke einfällt. Aber probieren Sie aus, zu lachen, auch wenn es sich erstmals künstlich anfühlt. Humor hilft, einen gesunden Abstand zu gewinnen. „Hallo Angst!! Da bist da ja wieder! Komm her, setz dich zu mir!  Du darfst da sein!“ Das klingt wirklich verrückt, aber versuchen Sie, etwas „Lustiges“ in die Situation zu bringen. Lachen verändert sofort die Gehirnchemie!

3. DEN KÖRPER ENTSPANNEN

Ein lockerer Körper und das Gefühl von Angst können niemals gemeinsam auftreten.
Daher ist es ratsam, eine Entspannungstechniken wie berugigendes Atmenendes, Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Meditation zu lernen und regelmäßig anzuwenden.

Sport und Bewegung sind besonders wichtig, weil dabei Stresshormone abgebaut werden. Der Körper ist bei Panik vollgepumpt mit Adrenalin, das eigentlich für eine nicht stattfindende Kampf- oder Fluchtreaktion vorgesehehen ist. Machen Sie wenn möglich einen sehr flotten Spaziergang, versuchen Sie zu laufen – das kann auch am Stand sein, drehen Sie Musik auf und tanzen Sie wild.

Mit der Erde in Kontakt kommen: wenn es Ihnen möglich ist, gehen Sie barfuß in eine Wiese, in einem Park, etc. Das Nervensystem steht unter Überspannung und braucht Ableitung. Sich erden bietet ganz schnell die Möglichkeit dazu.

Wenn Sie vor Angst zu zittern beginnen, dann unterdrücken Sie das bitte nicht! Eine Antilope, die sich tot gestellt hat, um dem Löwen zu entkommen, bleibt stehen und zittert minutenlang, nachdem sie wieder in Sicherheit ist. Danach ist das Adrenalin wieder abgebaut und sie kann friedlich weiter grasen.

4. DEN ALLGEMEINEN STRESSPEGEL SENKEN

Das ist wichtig, damit die herabgesetzte Angstschwelle sich wieder normalisiert. Dabei geht es nicht nur um äußerliche Faktoren wie Termindruck und volle Terminkalender. Vor allem geht es um  inneren Antreiber, die uns dazu bringen, sämtliche Termine pünktlich einzuhalten und alles perfekt machen zu wollen. Meistens stecken negative Glaubenssätze dahinter wie z.B.
„Ich bin nicht gut genug.“
„Ich darf keine Fehler machen.“
„Ich darf die anderen nicht enttäuschen.“

Nicht selten kommen eine Menge angesammelter Schuld- und Schamgefühle dazu, die man mit aller Kraft zu vermeiden versucht, indem man seine Fehler und Schwächen möglichst gut versteckt.

Mit Klopfakupressur kann man viel erreichen, indem man die persönlichen Stressthemen bearbeitet und alte emotionale Wunden heilt.

5. GESUNDE ERNÄHRUNG

Wir wissen alle, dass gesunde Ernährung wichtig ist. Es hilft schon, den täglichen Zuckerkonsum um die Hälfte zu reduzieren und mehr Obst und Gemüse einzubauen. Vernünftiges Essen hat einen bedeutenden Einfluss auf die Psyche und es ist erwiesen, dass sich chemische Zusatzstoffe und auch die Angst- und Stresshormone der getöteten Tiere auf unser Hormosysystem auswirken. Wertvolle pflanzliche Bio-Nahrung kann den Energielevel enorm anheben. Eine körperliche Entgiftungskur tut auch der Psyche gut und senkt den generellen Stresslevel.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Manchmal können Ängste auch körperliche Ursachen haben.
Dazu gehören neben Herz-Kreislauf-Problemen auch Schwermetallrückstände im Gehirn, sowie Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Allergien, Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit. Sie sollten zur Sicherheit einmal abklären lassen, ob bei solche Dinge unbemerkt vorhanden sind. Bei manchen Allergien treten nämlich erst nach Stunden irgendwelche unklaren Symptome wie z.B. Müdigkeit auf, die man zunächst gar nicht mit dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels in Verbindung bringen würde.

Der Darm kann bei chronischer Entzündung depressionsähnliche Symptome und Angstgefühle hervorrufen.
Wenn Sie beispielsweise nachts immer zur selben Uhrzeit mit Angst aufwachen und es überhaupt keine Erklärung dafür zu geben scheint, sollte einmal in diese Richtung geschaut werden.

6. DEN KÖRPER VERSTEHEN

Der Geist kommt zur Ruhe, wenn er versteht, was da gerade im Körper passiert.
Wenn Sie verstanden haben, dass starkes Herzklopfen einfach ein normales Angstsymptom ist, und kein Vorbote eines herannahenden Herzinfarktes, dann können Sie sich viel leichter entspannen. Lassen Sie Ihr Herz beim Arzt abchecken, das gibt Sicherheit.

Sprechen Sie liebevoll mit Ihrem Körper und danken Sie ihm dafür, dass er sich so um Sie bemüht. Er möchte Sie nämlich gar nicht ängstigen, sondern Ihnen Kraft für Kampf oder Flucht zur Verfügung stellen. Bei Angst werden im Körper immer noch unsere jahrtausendealten Überlebensmechanismen aktiviert, auch wenn heute gar kein Säbelzahntiger mehr vor der Höhle steht, sondern der Chef mit gerunzelter Stirn ins Büro kommt. Leider können wir in dem Moment weder kämpfen noch flüchten, das weiß Ihr Hormonsystem aber nicht! Das klopfende Herz und die angespannten Muskeln möchten einfach nur ihren Teil dazu beitragen, Ihnen in bedrohlichen Situationen das Leben zu retten.

Betrachten Sie Ihren Körper daher nicht als Feind, sondern als hilfreichen Signalgeber und Ihren besten Freund. Mit seinen Angstsymptomen zeigt er Ihnen im Grunde, dass alle lebens-notwendigen Mechanismen gut funktionieren und mit ihm alles in Ordnung ist.
Sie werden sehen, dass Ihre Organe auf liebevolle Gedanken positiv reagieren, denn sie sind lebendige, fühlende Wesen, und keine außer Kontrolle geratenen Maschinenteile.

7. EINE KLARE ENTSCHEIDUNG TREFFEN

So eine Panikattacke kann einen ganz schön fertig machen, ich weiß. Ich habe es selbst erlebt. Allerdings nur, solange Sie zulassen, sich von der Angst überwältigen zu lassen. Es fühlt sich in dem Augenblick so an, als würden Sie  vollkommen überschwemmt von diesem heftigen Gefühl, so als hätten Sie überhaupt keine Wahl. Das stimmt, aber nur zu 95%! Bei jeder Panikattacke gibt es diese kleine Lücke von 5%, in der Sie entscheiden können, ob Sie jetzt Panik haben möchten.. Wenn Sie diese Lücke erwischen und eine klare Entscheidung für ein Leben ohne Angst treffen, dann haben Sie es geschafft, und die Panik wird Sie nicht  mehr belästigen. Auch hier kann man gut mit EFT-Klopfakupressur mit ermutigenden Sätzen arbeiten, z.B. „Ich bin offen, mit mehr Gelassenheit und Zuversicht zu reagieren.“ etc.

Seien Sie nicht frustriert, wenn es Ihnen nicht auf Anhieb gelingt. Irgendwann wird es das. Es braucht nur ein bisschen Durchhaltevermögen und Dranbleiben. Holen Sie sich Hilfe, das ist kein Zeichen von Schwäche.
Wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass Sie Ihnre körperlichen Symptome ärztlich abklären lassen. Erst wenn Sie sich sicher sein können, dass Sie keinen Herzinfarkt bekommen, können Sie beruhigt sein und entscheiden, dass Sie diesen Anfällen ab sofort nicht mehr zur Verfügung stehen.